Beim Affiliate-Marketing, einem Provisionsmodell im Online-Marketing, arbeitet ein Unternehmen (Merchant) mit Partnern (Affiliates) zusammen. Diese bewerben das Angebot auf ihren eigenen Kanälen. Wenn über diese Partner ein Kauf, eine Anfrage oder eine andere definierte Handlung zustande kommt, erhalten sie eine Provision. Wer vermittelt, verdient – wer nichts vermittelt, kassiert nichts.
Wie es funktioniert – der technische Ablauf
Das System läuft über individuelle Tracking-Links. Jeder Affiliate erhält einen eigenen Link, der erkennbar macht, woher ein Besucher kommt. Klickt jemand auf diesen Link und kauft im Onlineshop ein, wird die Transaktion dem richtigen Affiliate gutgeschrieben – in der Regel über ein Cookie, das im Browser gesetzt wird.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Ostschweizer Onlineshop für Sportausrüstung arbeitet mit drei Fitness-Bloggern aus der Region zusammen. Jeder Blogger erhält einen eigenen Affiliate-Link und empfiehlt ausgewählte Produkte in seinen Beiträgen. Kommt über einen dieser Links ein Kauf zustande, überweist der Onlineshop automatisch eine Provision in Höhe von etwa 8 % des Verkaufspreises.
Für wen ist Affiliate-Marketing sinnvoll?
Als Merchant (Anbieter): Wer ein Produkt oder eine Dienstleistung verkauft und ein breites Empfehlernetzwerk aufbauen möchte, zahlt nur für tatsächliche Ergebnisse. Das macht Affiliate-Marketing budgeteffizienter als klassische Werbung, bei der man im Voraus zahlt – unabhängig vom Ergebnis.
Als Affiliate (Partner): Wer einen Blog, einen YouTube-Kanal oder einen Instagram-Account mit engagierter Leserschaft betreibt, kann ein passives Einkommen generieren, indem er Produkte empfiehlt, die zur eigenen Zielgruppe passen.
Für die meisten Ostschweizer KMU im Dienstleistungsbereich – Treuhand, Handwerk, Beratung – ist Affiliate-Marketing hingegen weniger relevant. Wer physische Produkte oder digitale Angebote verkauft, hat hier mehr Spielraum.
Was rechtlich beachtet werden muss:
Affiliate-Links müssen transparent gekennzeichnet sein. Wer einen bezahlten Empfehlungslink teilt, ohne dies zu erwähnen, verstößt gegen die Transparenzpflichten der Schweizer und EU-Werbegesetze. Die Kennzeichnung muss klar und für die Lesenden sofort erkennbar sein – ein versteckter Hinweis im Impressum reicht nicht aus.
Gängige Formulierungen sind: „Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn Sie darüber kaufen, erhalte ich eine kleine Provision – für Sie entstehen keine Mehrkosten.”
Was Affiliates und Merchants voneinander erwarten sollten
Gute Affiliate-Programme legen klare Regeln fest: Welche Kommunikationskanäle sind erlaubt? Welche Inhalte darf ein Affiliate nicht nutzen? Wie lange gilt ein gesetztes Cookie (Cookie-Laufzeit)? Ein Programm ohne klare Bedingungen führt schnell zu Missverständnissen auf beiden Seiten.